Es geht um nicht weniger als die Zukunftsfähigkeit der Oldenburgischen Kirche. Darüber wird die 50. Synode bei ihrer zweiten Tagung im November diesen Jahres wegweisende Entscheidungen treffen müssen.
Hintergrund sind die sinkenden Einnahmen aus der Kirchensteuer, die sich durch den Rückgang der Kirchenmitglieder ergibt. Es muss und wird daher zu spürbaren Veränderungen kommen – für alle.
Bevor aber die zweite Tagung der 50. Synode im November ansteht, fand nun erstmal die erste statt.
Bei hervorragendem sommerlichen Wetter Ende Mai waren über 40 unterschiedliche Verbände, Institutionen und Akteure der verschiedenen Wirkungsfelder kirchlicher Arbeit nach Rastede eingeladen, die Vielfalt ihrer Arbeit sichtbar werden zu lassen.
Während die Evangelische Jugend (ejo), das Landesjugendpfarramt, die Kreijugenddienste und der CVJM gemeinsam vor und im Pavillon aktiv wurden, traf man die Pfadfinderinnen des VCP direkt nebenan in einer stammestypischen Jurte wieder. Auch die Oldenburger Klassentage, die vor allem ihren Austragungsort in der Pfadfinder-Bildungsstätte Sage haben, waren mit vertreten.
Die 60 Synodale der 50. Synode waren eingeladen, die Vielfalt der Arbeit mit jungen Menschen in den Verbänden eigener Prägung und innerhalb der Kirche wahrzunehmen.
Bereits am Vorabend der Tagung wurden die Synodalen auf kreative Weise eingebunden: Mit einem Tischtennisball stimmten sie über ihre eigene kirchliche Sozialisation ab. Die zugrunde liegende These lautete, dass kirchliche Prägung häufig in jungen Jahren beginnt. Das Abstimmungsergebnis bestätigte diese Annahme eindrucksvoll.
Die verschiedenen Wirkungsfelder kirchlicher Arbeit spiegeln sich allesamt in der Arbeit mit jungen Menschen wider. Ob in den Bereichen Ökumene und Weltverantwortung, Musik, Seelsorge und Beratung oder non-formeller Bildung – die Jugendarbeit ist ein zentraler Bestandteil kirchlichen Lebens und gesellschaftlicher Verantwortung.
In kurzen Videostatements teilten junge Menschen selbst ihre Erfahrungen mit den Synodalen und Interessierten. Sie berichteten von den sicheren Räumen und Entwicklungsmöglichkeiten, die sie in den Verbänden eigener Prägung und in der kirchlichen Jugendarbeit gefunden haben. Besonders hervorgehoben wurde die prägende Rolle der hauptamtlichen Begleitung, die für viele von ihnen von unschätzbarem Wert war.
Die Arbeit mit jungen Menschen ist für die Oldenburgische Kirche unverzichtbar. Ihre Vielfalt, Eigenständigkeit und die unterschiedlichen verbandlichen Ausprägungen bereichern die Kirche und tragen wesentlich zu ihrer Zukunftsfähigkeit bei.
Die 50. Synode steht vor der Aufgabe, diese Erkenntnisse in ihre Entscheidungen einfließen zu lassen und die Weichen für eine zukunftsorientierte Kirche zu stellen – eine Kirche, die auch weiterhin Raum für junge Menschen schafft und sie in ihrer Entwicklung begleitet.